Urlaubszeit – Reisezeit

Was gehört in die Reiseapotheke?

An Krankheiten oder Verletzungen im Urlaub denkt niemand gern. Trotzdem ist es wichtig, sich vor der Abreise Gedanken über eine gut bestückte Reiseapotheke zu machen. Denn am Urlaubsort – gerade im Ausland – ist es oft schwierig, schnell an die richtigen Medikamente zu kommen. Fehlende Sprachkenntnisse können außerdem beim Kauf zu Problemen führen. Was in die Reiseapotheke kommt, ist vom jeweiligen Urlaubsziel und von der Art des geplanten Urlaubs abhängig. Bei der Zusammenstellung können Sie sich von einem Arzt oder in der Apotheke beraten lassen. In vielen Apotheken sind derzeit im Rahmen der Aktion “Gesund reisen” kostenlose Checklisten erhältlich. Zur Orientierung: Folgende grundlegende Dinge sollten in keiner Reiseapotheke fehlen.

Grundausstattung

  • Schere
  • Verbandsmaterial
  • Sonnenschutzcreme
  • Insektenschutzmittel
  • Wunddesinfektionsmittel
  • Fieberthermometer
  • Schmerzmittel
  • Brand- und Wundheilsalbe
  • Medikamente gegen Durchfallerkrankungen
  • Präparate gegen Husten und Schnupfen

 

Wer Sporturlaub macht, sollte zudem eine Salbe dabei haben, die bei Verstauchungen, Zerrungen oder Muskelkater die Schmerzen lindert. Taucher und Schnorchler dürfen Ohrentropfen nicht vergessen.

Ausstattung für Fernreisen

Für Fernreisen sind Wundschnellverbände, Wasser-Entkeimungstabletten, Pflaster für Schnittverletzungen (so genannte Steri-Strips) sowie ein Breitbandantibiotikum (gibt es nur auf Rezept) eine sinnvolle Ergänzung zur herkömmlichen Reiseapotheke. Auf langen Flugreisen helfen Nasensprays, die Schleimhäute feucht zu halten.

Empfehlenswerte Impfungen

Wer den Urlaub im Ausland verbringt – das gilt besonders für Fernreisen – sollte vorher überprüfen, ob sein Impfschutz noch wirksam ist. Eine Immunisierung gegen Tetanus, Polio oder Diphtherie muss alle zehn Jahre erneuert werden. Empfehlenswert ist auch ein Schutz vor Hepatitis A. Diese häufigste Hepatitis-Form wird meist durch verunreinigte Lebensmittel wie frischen Saft, Salat, nicht durchgegarten Fisch oder Meeresfrüchte übertragen. Eine erste Impfung bietet mindestens sechs Monate Schutz. Danach verlängert eine zweite den Zeitraum auf mindestens zehn Jahre. Für viele ferne Länder sind außerdem spezifische Impfungen sinnvoll, zum Beispiel gegen Dengue-Fieber oder Malaria. Genaue Auskünfte darüber erteilt der Arzt oder das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (Link siehe rechts).

Schutzimpfungen bei Auslandsurlauben sind natürlich mit Kosten verbunden, aber immer mehr gesetzliche Krankenkassen übernehmen diese. Dazu gehören Hepatitis A und B, FSME, Tollwut, Meningokokken, Gelbfieber, Cholera und Typhus. Selbst die Malariaprophylaxe (Tabletten) wird bei manchen Versicherungen rückerstattet. Da sich die Erstattungspraxis der Kassen kurzfristig ändern kann, sollten Urlauber sich vor Reiseantritt bei ihrer Kasse erkundigen. Wichtig ist, sich frühzeitig um den Schutz zu kümmern. Viele Impfungen müssen im Abstand von einigen Wochen zwei oder drei Mal gegeben werden, um einen kompletten Schutz zu erzielen.

Chronisch Kranke sollten rechtzeitig vorsorgen

Wer chronisch krank ist, sollte sich rechtzeitig um eine ausreichende Menge seiner Medikamente kümmern und sicherheitshalber für getrennt aufbewahrte Reserven sorgen. Häufig sind lebenswichtige Präparate im Ausland nur schwer erhältlich. Müssen diese aus Deutschland nachgeschickt werden, entstehen hohe Kosten. Ein Medikamentenpass hilft, im Notfall Missverständnisse zu vermeiden. Da in anderen Ländern oft andere Sitten herrschen, könnte beispielsweise eine Insulin-Spritze bei ausländischen Behörden den Verdacht von Drogenbesitz erwecken. Der ADAC empfiehlt außerdem, sich vor der Abreise über die Einfuhrbestimmungen des Urlaubslandes zu informieren. Nicht mit allen Medikamenten kommen Reisende problemlos über die Grenze.

Insulin bei Flugreisen ins Handgepäck

Diabetiker sollten ihr Insulin auf Flugreisen im Handgepäck mitführen. Grund: Im aufgegebenen Gepäck kann das wichtige Medikament im Frachtraum gefrieren und dadurch seine Wirkung verlieren. Insulin muss aber auch vor zu hohen Temperaturen geschützt werden. Mehr als 37 Grad sollte es nicht ausgesetzt werden. Deshalb ist beim Aufenthalt in warmen Ländern eine spezielle Tasche mit Kühlelementen für Diabetikerbedarf empfehlenswert.

Quelle www.ndr.de/ratgeber/gesundheit.de